Gastbeitrag von Silke König

Über 30% der weltweiten Websites sind mit WordPress erstellt. Das ursprünglich für Blogs konzipierte Content Management System (CMS) wird gerne als selbsterklärend dargestellt. Doch wer hier mit Tatkraft die Ärmel hochkrempelt und einfach mal loslegt, wird sehr schnell merken, dass WordPress nun doch nicht so einfach ist, wie es alle immer sagen – vor allem nicht, wenn die Website das Business repräsentieren soll. Es war noch nie so einfach, sich eine Website mit einem Baukastensystem oder einem hosted Blog wie auf blogspot.com oder wordpress.com aufzubauen. Doch damit sind die eigenen Möglichkeiten in Sachen Struktur und Design, kreativer Landingpages, Aufbau einer E-Mail-Liste, Mitgliederbereich, Onlineshop usw. sehr begrenzt – inklusive Abhängigkeit vom Anbieter. Mit einer selbsterstellten WordPress-Website ist Unabhängigkeit garantiert. Jeder Webhoster bietet WordPress-Hosting an, sodass ein Wechsel, wenn er erforderlich wird, jederzeit möglich ist. 

WordPress ist als sogenanntes Open Source-System kostenlos und unabhängig. 

Es wird fortlaufend von Entwicklern aus der ganzen Welt weiterentwickelt, stetig verbessert und an die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer angepasst – und an rechtliche Vorgaben. Unter WordPress.org gibt es die Software, die kostenfreien Themes und die mehr als 54.000 PluginsHier tauschen sich Macher und User aus, die Nutzerfreundlichkeit steht dabei im Mittelpunkt. Für wirklich jede individuelle Anforderung gibt es eine Lösung in Form von Plugins oder Erweiterung. So kann aus einer kleinen Internetpräsenz ein Online-Imperium entstehen – ganz ohne Programmierkenntnisse und technisches Vorwissen. Was Du allerdings zwingend brauchst, ist ein Plan. Denn sonst kann der Website-Aufbau mit WordPress zu einem langfristigen Vollzeitprojekt werden, mit dem Du Dir eine Dauerbaustelle erschaffst.

Das Backend ist die Schaltzentrale der Website

Hier werden alle Einstellungen vorgenommen, das Design mit dem Kopfbereich (= Header) und dem Fußbereich (= Footer), Farben und Schriften festgelegt, Menüs und Seiten erstellt, Fotos hochgeladen, Beiträge verfasst usw.

Tipps zum Start

Unter „Einstellungen“ solltest Du die Grundeinstellungen von WordPress anpassen. Gehe in Deinem WordPress-Backend in der linken Spalte auf „Einstellungen“. Unter dem Punkt „Allgemein“ gibst Du Titel und Untertitel Deiner Website ein, legst die Sprache und die Datums- und Zeitformate fest. In der Kategorie „Lesen“ kannst Du festlegen, ob Deine Startseite (= Homepage) eine immer gleichbleibende, also statische Seite sein soll oder ob hier Deine neuesten Beiträge angezeigt werden sollen. Um zu definieren, dass Deine Leser kommentieren können, musst Du unter „Diskussion“ verschiedene Anpassungen vornehmen. Aus Datenschutzgründen sollte hier die Avataranzeige abgeschaltet werden. Besonders wichtig ist die Beitrags-URL. Wähle unter „Permalinks“ die Einstellung „Beitragsname“. Damit werden Deine Beitragstitel automatisch in die URL übernommen und es erscheinen dort keine für die Suchmaschinen unlesbare Ziffernfolgen.

Das Designgerüst der Website wird durch das Theme bestimmt

Und hier hat man die Qual der Wahl, denn allein im Theme-Verzeichnis von WordPress gibt es mehrere tausend DesignvorlagenKlicke auf „Design“ und „Themes“. Drei Standard-Themes sind bereits von WordPress vorinstalliert, ein Theme ist aktiv. Um Deiner Website einen unverwechselbaren Look zu geben, kannst Du aus einer Vielzahl kostenloser Themes eine zu Deinem Thema und Deinen Anforderungen passende Vorlage auswählen. Kostenpflichtige Premium-Themes findest Du nach einer kurzen Internetrecherche en masse.

Bei der Theme-Auswahl solltest Du darauf achten, dass es 

  • responsiv ist, d. h. die Anzeige auf alle Endgeräte (Desktop, Tablet und Smartphone) optimiert ist
  • schnell lädt
  • mehr als zwei Bereiche für Widgets zulässt
  • komplett anpassbar und unendlich erweiterbar ist.

Du brauchst außerdem ein Child-Theme!

Plugins, Theme und WordPress selbst werden regelmäßig aktualisiert und die von Dir vorgenommenen Anpassungen am Design werden mit diesen Updates überschrieben. Damit das nicht passiert, und Du nicht immer wieder von vorne anfangen musst, schafft ein sogenanntes Child-Theme Abhilfe. Im Child-Theme bleiben alle ursprünglichen Einstellungen des Haupt-Themes erhalten. Das Child-Theme muss vor den Designanpassungen installiert werden. Mit dem Plugin „Childify Me“ kannst Du über den Costumizer ruckzuck Dein Child-Theme erstellen.

Hast Du Dein Theme gefunden und Child-Theme aktiviert, kannst Du zwei der drei installierten Standard-Themes löschen. Ein Standard-Theme behältst Du, denn dieses übernimmt dann Dein Layout, falls Dein Theme aus irgendeinem Grund einmal nicht laden sollte.

Plugins erweitern die Grundeinstellungen von WordPress und machen die Website sicherer

Standardmäßig sind in jeder WordPress-Installation zwei Plugins vorinstalliert: „Hello Dolly“ und das Sicherheitsplugin „Aksimet“ kannst Du deaktivieren und löschen.

Folgende Plugins sind für den Anfang empfehlenswert:

  • Antispam Bee eliminiert Kommentar- und Trackback-Spam.
  • UpdraftPlus – Backup/Restore zum Sichern und Wiederherstellen der Website zu bestimmten Zeitpunkten.
  • Yoast SEO liefert wertvolle Hinweise zur Verbesserung der Inhalte.

Du brauchst außerdem ein Opt-In-Cookie-Banner zur Einhaltung der europäischen Datenschutzbestimmungen (DSGVO). 

Seite vs. Beitrag

WordPress unterscheidet zwischen Seiten und Beiträgen. Seiten sind feststehend. Sie haben kein Veröffentlichungsdatum und werden keiner Kategorie zugeordnet. In der Regel können Nutzer hier nicht kommentieren. Deine Website muss mindestens zwei Seiten haben: das Impressum und die Datenschutzerklärung. Weiterhin kannst Du auf der „Über Mich„-Seite von Deinem Unternehmen erzählen und Dein Team vorstellen oder über die Kontaktseite ein Formular einbinden. Die Startseite ist nicht nur die Homepage. Hier geschieht die Magie! Um den User, der zum ersten Mal auf Deine Website klickt, zu fesseln, muss er hier direkt von Dir abgeholt werden – durch das Zusammenspiel von Design, Motivwelt und Texten. Beiträge finden sich in der Regel auf der integrierten Blogseite. Du kannst jeden Beitrag mindestens einer Kategorie zuordnen sowie dem Beitrag unbegrenzt viele Tags (= Schlagwörter) geben.  Beiträge werden immer mit Datum veröffentlicht (wobei das Datum nicht zwingend angezeigt werden muss). Sie erscheinen auf der festgelegten Seite abhängig vom Datum der Veröffentlichung. Dabei werden die Artikel in absteigender Reihenfolge angezeigt: Der aktuellste Beitrag steht demnach ganz oben. 

Der WordPress-Editor wird bald zu Deinem zweiten Zuhause

Nach der Einführung des neuen Gutenberg-Editors wird dem Nutzer die Gestaltung von Beiträgen noch einfacher gemacht. Über Blöcke werden Überschriften, Text, Bilder, Spalten, Buttons, HTML-Bereiche, Shortcodes, Zitate, Videos oder Audios usw. auf einen Klick eingefügt und platziert. Über den Textblock kannst Du Deinen Text nicht nur einfügen, sondern auch direkt editieren: die Textausrichtung anpassen, Text fett hervorheben oder kursiv setzen, Links einfügen. Fortgeschrittenen Nutzern ist es außerdem möglich, im HTML-Modus weitere Formatierungen vorzunehmen. Während der Gutenberg-Editor für Beiträge und Seiten wie das Impressum und die Datenschutzerklärung die erste Wahl ist, solltest Du Deine Startseite und Landingpages mit einem Pagebuilder erstellen. In vielen Premium-Themes sind bereits Pagebuilder enthalten. Mit einem Pagebuilder wie z. B. Elementor, kannst Du das Layout Deiner Seiten individuell gestalten: angefangen von einer vollen Seitenbreite bis hin zu Bildern mit sensationellen Scrolling-Effekten. Wichtig ist hier: Wenn Du Dich einmal auf einen Pagebuilder festgelegt hast, ist es nicht so einfach, wieder zu wechseln. Dasselbe gilt übrigens auch für Dein gewähltes Theme. Recherchiere also bevor Du startest, welches die für Dich besten Tools sind. 

Die Frage, die vielen unter den Nägeln brennt:

Soll ich meine Website mit WordPress selbst erstellen oder einen Dienstleister beauftragen?

Diese Entscheidung kann Dir niemand abnehmen. Die Vorteile beim Dienstleister: Du bekommst eine sehr professionelle Website. Wenn Du Deine Website selbst erstellst, kennst Du Dich in- und auswendig in Deinem System aus. Du kannst, wann immer es notwendig wird, wann immer Du eine spontane Idee hast, es aufgrund von Nutzeranfragen oder aus technischen Gründen notwendig wird, Deine Website hieran anpassen, neue Bereiche hinzufügen, eine neue Landingpage, großartige Module wie einen Mitgliederbereich, einen Shop und und und erstellen. Du musst nie auf Ihren vielbeschäftigten Webdesigner oder sündhaft teure Agentur warten. Du kannst Deine Ideen und Vorstellungen zu jeder Zeit umsetzen und Dich schnell wieder Deinem Kerngeschäft widmen.

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Silke König

Über die Autorin

Silke König ist Website-Mentorin, Dozentin und Online-Redakteurin. Sie lebt mit ihrer Familie am Rande des Ruhrgebiets und unterstützt Business-Starterinnen dabei, sich ihre eigene Website mit WordPress aufzubauen. Silke ist ein echter Nerd und liebt strategische Websites, die User anziehen und zu Kunden machen.

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